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Unsere Diabetologie

Interdisziplinär arbeiten wir im Gemeinschaftskrankenhaus zusammen, um Diabetes zu behandeln.zoom
Interdisziplinär arbeiten wir im Gemeinschaftskrankenhaus zusammen, um Diabetes zu behandeln.

Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) zählt zu einer der häufigsten Erkrankungen bundesweit. Derzeit schätz man, dass ca. 7 Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes mellitus erkrankt sind. Dabei ist die Dunkelziffer hoch, da die Anfänge der Erkrankung oft symptomfrei verlaufen.
Das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn stellt die Versorgung von Menschen mit Diabetes seit vielen Jahren erfolgreich sicher. Ein Team von Diabetologen, Diabetesberaterinnen, Ernährungsspezialisten, Physiotherapeuten und Wundtherapeuten sowie in der Betreuung von Diabetikern erfahrene Schwestern und Pfleger sind hierfür ein Garant. Es besteht ein enger Austausch und Zusammenarbeit mit den anderen Fachbereichen des Krankenhauses.
Allen gemeinsam ist das Ziel, Menschen mit einer Diabeteserkrankung bestmögliche Hilfestellungen zu geben, mit dieser im Lebensalltag gut zurechtzukommen. Ihre persönlichen Ziele und Wünsche werden bei uns ernst genommen und finden Eingang in das Behandlungskonzept. Durch die langjährige Erfahrung im Umgang mit Diabetes mellitus verstehen wir Ihre Probleme und tun alles, um Ihnen zu helfen, trotz der Zuckerkrankheit ein zufriedenes Leben zu führen. Deshalb nehmen wir uns Zeit für Sie, hören zu und genau hin, begegnen Ihnen voller Empathie; denn wir möchten, dass Sie sich bei uns gut aufgehoben fühlen.
Der Erfolg der gemeinsamen Arbeit wird durch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) in der Anerkennung als Diabeteszentrum DDG zum Ausdruck gebracht.
Nachfolgend finde Sie Informationen zu unserem Behandlungsspektrum sowie zur Erkrankung selbst.

Diabetes mellitus Typ 1

Was ist Diabetes mellitus Typ 1?

Der Diabetes mellitus Typ 1 gehört zur Gruppe der Autoimmunerkrankungen. Das körpereigene Immunsystem, das eigentlich der Abwehr krankmachender Keime dient, richtet sich fälschlicherweise gegen die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse (ß-Zellen), erkennt sie als Feind und zerstört diese mit der Zeit. Die auslösenden Ursachen sind vielfältig und bisher nur teilweise verstanden.
Erkrankungsgipfel ist das Kinder- und Jugendalter. Der Zerstörungsprozess verläuft in diesem Alter rasch. Es kommt meist innerhalb weniger Wochen zum Ausbleiben der Insulinproduktion. Die hieraus resultierenden erhöhten Blutzuckerwerte produzieren rasch typische Symptome wie ein vermehrtes Wasserlassen, Durstgefühl, Konzentrations- und Sehstörungen sowie einen sonst unerklärlichen Gewichtsverlust.
Das Krankheitsbild kann aber auch erst im Erwachsenenalter auftreten. Man bezeichnet es dann als LADA (latend autoimmune diabetes in adults). Der Krankheitsbeginn verläuft dann typischerweise langsamer, weshalb das Krankheitsbild oft als Diabetes mellitus Typ 2 fehlgedeutet wird.
In Deutschland leben rund 300.000 Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1.

Was ist der Unterschied zwischen Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2?

Der Diabetes mellitus Typ 2 stellt mit etwa sieben Millionen Erkrankten in Deutschland die am häufigsten vorkommende Diabetesform dar. Im Gegensatz zum Diabetes mellitus Typ 1 leiden die Betroffenen nicht als Folge eines Insulinmangels, sondern einer Insulinunempfindlichkeit der Körperzellen an erhöhten Blutzuckerwerten. Die Zellen sprechen nicht mehr ausreichend auf Insulin an, so dass das Hormon den Zucker unzureichend Zucker aus dem Blut in die Zellen schleusen kann. Als Folge steigt dadurch der Blutzuckerspiegel.

Behandlungsmöglichkeiten

Da der Körper von Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 mit der Dauer der Erkrankung kein eigenes Insulin mehr herstellen kann, muss dieses von außen zugeführt werden. Bis heute steht dafür nur die Möglichkeit als Injektion unter die Haut in das der Haut anhängende Fettgewebe. Zur Behandlung des Diabetes stehen verschiedene Insuline zur Verfügung, die sich zum Zeitpunkt des Wirkungseintritts und der Wirkdauer unterscheiden. Verschiedene Hilfsmittel stehen für die Insulingabe zur Verfügung. In den meisten Fällen wird hierzu ein sogenannter Insulinpen verwendet.
Mit den von außen zugeführten Insulinen versucht man, die sonst körpereigene Funktion möglich ähnlich nachzuahmen. Dabei stehen verschiedene Behandlungsschemata zur Verfügung. Die passende Insulintherapie legt der Arzt zusammen mit dem Patienten nach seinen Bedürfnissen fest. Schulungen dienen dann dazu die Behandlung sicher im Lebensalltag umzusetzen und an Lebenssituationen anzupassen.
Zur Bestimmung der Insulindosis ist dann die Blutzuckermessung erforderlich, die klassischerweise mit Hilfe eines kleinen Blutzuckermessgerätes in einem Blutstropfen der Fingerbeere gemessen wird. Alternative Messtechniken die den Gewebszucker und damit näherungsweise den Blutzucker bestimmen sind in der Zwischenzeit erhältlich.

Ambulante Behandlung 

In der Diabetesambulanz ist die ambulante Behandlung zu Lasten der privaten Krankenversicherung sowie der gesetzlichen Krankenversicherung auf Überweisung von diabetesgeschulten Hausärzten und Diabetologen möglich. 

In einem ausführlichen Anamnesegespräch werden gemeinsam Therapieziele erarbeitet und  Maßnahmen um diese zu erreichen festgelegt. Angeboten hierzu werden: 

  • Einzel- und Gruppenschulungen Diabetes mellitus Typ 1 
  1. Grundzusammenhänge des Krankheitsbildes
  2. Grundlagen der Ernährung 
  3. Therapiemöglichkeiten und Wirkungsweise der verwendeten Präparate
  4. Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus, damit Sie wissen, worauf Sie im weiteren Leben achten müssen.

  • Insulineinstellung bei Erstmanifestation eines Diabetes mellitus Typ 1, sowie bei unzureichender Blutzuckerkontrolle
  • Insulinpumpenerst- und –korrektureinstellung
  • Untersuchung, Beratung und ggf. Behandlung schwerwiegender Begleit- oder Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus Typ 1
  • Kontrolluntersuchungen entsprechend den Leitlinien der DDG
  • spezielle Schulungsprogramme: 
  1. Primas
  2. Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung HYPOS

  • kontinuierliche Blutzuckermessung (CGMS), sensorunterstützte Pumpentherapie 

Teilstationäre Behandlung

Ein entsprechendes Behandlungsangebot befindet sich derzeit in Planung.

Stationäre Behandlung

Die Abteilung Diabetologie des Gemeinschaftskrankenhauses Bonn ist als Diabeteszentrum DDG zertifiziert. Dieses Zertifikat wird Einrichtungen verliehen, die sich durch ihre hochqualitative Behandlung von Menschen mit Diabetes nachweislich auszeichnen.

Eine Aufnahme ins Krankenhaus ist angezeigt bei:

  • frisch aufgetretener Diabetes mellitus Typ 1
  • Anpassung der Insulintherapie, falls eine ambulante Schulung nicht möglich ist oder eine ausreichende Stoffwechselkontrolle nicht erzielt wird
  • schwere Stoffwechselentgleisung des Diabetes mellitus Typ 1 (Ketoazidose)
  • schwierige Stoffwechselführung bei Schwangerschaft
  • Insulinpumpeneinstellungen
  • wiederkehrende Unterzuckerungen / gestörte Hypoglykämie-Wahrnehmung
  • Diabetes mellitus Typ 1 mit schwerwiegenden Begleiterkrankungen

Diabetes mellitus Typ 2

Was ist Diabetes mellitus Typ 2?

Circa sieben Millionen Menschen in Deutschland sind bekannt an einem Diabetes mellitus erkrankt. Dabei stellt die Gruppe des Diabetes mellitus Typ 2 mit mehr als 90% den überwiegenden Anteil, an einem Diabetes, der mit Medikamenten behandelt wird – der überwiegende Anteil (über 90 Prozent) sind Typ-2-Diabetiker. Man vermutet eine hohe Dunkelziffer von bis zu vier Millionen Menschen, die an einer Störung des Zuckerstoffwechsels leiden, dies aber nicht wissen. Zudem liegt in Schätzungen bei ca. elf Millionen Menschen eine Störung des Blutzuckerstoffwechsels vor, die einem Vorstadium einer Diabeteserkrankung entspricht, mit einem hohen Risiko in den nächsten Jahren einen manifesten Diabetes mellitus zu entwickeln.
Die Zahl der Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 nimmt mit zunehmendem Lebensalter zu. Daher wurde die Erkrankung auch früher vereinfachend „Alterszucker" genannt. Heute unterscheiden wir die Diabetesformen nach ihrem Entstehungsmechanismus. Dies ist  insbesondere deshalb sinnvoll, da in den letzten Jahren immer mehr junge Erwachsene und teils auch schon Kinder an dieser Diabetesform erkranken.
Das Krankheitsbild tritt familiär gehäuft auf. Wir erklären uns dies durch eine genetische Voraussetzung, die dann begünstigt von Übergewicht, einer ungesunden Ernährung und Bewegungsmangel zum Ausbruch der Erkrankung führen kann.

Was ist der Unterschied zwischen Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2?

Der Diabetes mellitus Typ 2 stellt die am häufigsten vorkommende Diabetesform dar. Im Gegensatz zum Diabetes mellitus Typ 1 leiden die Betroffenen nicht als Folge eines Insulinmangels, sondern einer Insulinunempfindlichkeit der Körperzellen an erhöhten Blutzuckerwerten. Die Zellen sprechen nicht mehr ausreichend auf Insulin an, so dass das Hormon den Zucker unzureichend Zucker aus dem Blut in die Zellen schleusen kann. Als Folge steigt dadurch der Blutzuckerspiegel.

Behandlungsmöglichkeiten

Im Vordergrund der Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 stehen nicht Medikamente, sondern die Frage was kann ich zur Behandlung beitragen. Dies ist kurz gesagt ein gesunder Lebenswandel. Hierzu zählt:

  1. Die regelmäßige körperliche Aktivität (siehe FAQ)
  2. Eine gesunde Ernährungsweise (siehe FAQ)
  3. Eine Normalisierung des Körpergewichtes (siehe FAQ

Die Basis der Therapie ist zentraler Bestandteil jeder Schulung zum Diabetes. Durch regelmäßige Bewegung und Normalisierung des Körpergewichtes erhöht sich die Empfindlichkeit der Körperzellen für das Hormon Insulin. Mehr Zucker wird aus dem Blut in die Zellen aufgenommen. Trotz Umsetzens der nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten können die Blutzuckerwerte mit zunehmendem Lebensalter steigen, bedingt durch eine nachlassende Organfunktion der Bauchspeicheldrüse bzw. Veränderung des Energiebedarfs bei nachlassender Muskelmasse.

Lassen sich durch die genannten Maßnahmen keine ausreichende Kontrolle der Blutzuckerwerte erzielen oder sind bei verspäteter Diagnosestellung die Blutzuckerwerte bereits so hoch, dass ein akuter Behandlungsbedarf besteht, ist eine medikamentöse Therapie (siehe FAQ) indiziert.

Ambulante Behandlung 

  • Einzel- und Gruppenschulungen Diabetes mellitus Typ 2 mit und ohne Insulin
  1. Grundzusammenhänge des Krankheitsbildes 
  2. Grundlagen der Ernährung
  3. Therapiemöglichkeiten und Wirkweise der verwendeten Präparate 
  4. Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus, damit Sie wissen, worauf Sie im weiteren Leben achten müssen.

  • Behandlung schwerwiegender Begleit- oder Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus Typ 2
  • Kontrolluntersuchungen entsprechend den Leitlinien der DDG 
  • spezielle Schulungsprogramme: 
  1. Geriatrisches Schulungsprogramm SGS
  2. Medias 2

  • kontinuierliche Blutzuckermessung (CGMS) 

Teilstationäre Behandlung

Ein entsprechendes Behandlungsangebot befindet sich derzeit in Planung.

Stationäre Behandlung

Die Abteilung Diabetologie des Gemeinschaftskrankenhauses Bonn ist als Diabeteszentrum DDG zertifiziert. Dieses Zertifikat wird Einrichtungen verliehen, die sich durch ihre hochqualitative Behandlung von Menschen mit Diabetes nachweislich auszeichnen.

Gründe für eine stationäre Behandlung stellen dabei dar:

  • akute Stoffwechselentgleisung
  • nicht ausreichend gute Blutzuckerwerte trotz Ausschöpfen der ambulanten Behandlungsmöglichkeiten
  • Insulinersteinstellung, falls ambulant nicht möglich
  • akuter diabetischer Fuß
  • schwere Augenhintergrundschäden und chronische Überzuckerung
  • schwere Insulinresistenz
  • Entgleisung des Diabetes mellitus
  • wiederkehrende Unterzuckerungen / gestörte Hypoglykämie-Wahrnehmung
  • dialysepflichtige Nierenschädigung
  • Diabetes mellitus plus Begleiterkrankungen

Diabetes mellitus bei Erkrankung der Bauchspeicheldrüse

Welche Veränderungen der Bauchspeicheldrüse können zu Diabetes führen?

Alle Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse die mit einer Abschwächung ihrer Funktion (z.B. eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse – Pankreatitis) oder Verletzung der Bauchspeicheldrüse, sowie Operationen an der Bauchspeicheldrüse, können zu einer verminderten Insulinproduktion führen und hierdurch zu erhöhten Blutzuckerwerten.

Behandlungsmöglichkeiten

Führendes Problem ist die verminderte Insulinproduktion, so dass die Behandlung meist in einer Insulintherapie, ähnlich der des Diabetes mellitus Typ 1, besteht. Erschwert wird oft die Blutzuckereinstellung durch gleichzeitig vermindert gebildete Verdauungsenzyme und damit einer Veränderten Aufnahme der Nährstoffe aus dem Darm.


Ambulante Behandlung

  • Einzel- und Gruppenschulungen 
  1. Grundzusammenhänge des Krankheitsbildes 
  2. Grundlagen der Ernährung
  3. Therapiemöglichkeiten und Wirkweise der verwendeten Präparate
  4. Folgeerkrankungen Diabetes mellitus, damit Sie wissen, worauf Sie im weiteren Leben achten müssen.
  • Insulineinstellung bei Erstmanifestation eines Diabetes mellitus Typ 3
  • Insulinpumpenerst- und –korrektureinstellung
  • Behandlung schwerwiegender Begleit- oder Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus Typ 3
  • Kontrolluntersuchungen entsprechend den Leitlinien der DDG und allg. Beratung der Patienten während ihres stat. Aufenthaltes und ambulant über die Schwerpunktpraxis
  • kontinuierliche Blutzuckermessung (CGMS)

Teilstationäre Behandlung 
Ein entsprechendes Behandlungsangebot befindet sich derzeit in Planung.


Stationäre Behandlung
Die Abteilung Diabetologie des Gemeinschaftskrankenhauses Bonn ist als Diabeteszentrum DDG zertifiziert. Dieses Zertifikat wird Einrichtungen verliehen, die sich durch ihre hochqualitative Behandlung von Menschen mit Diabetes nachweislich auszeichnen. 

Eine Aufnahme ins Krankenhaus ist angezeigt bei:

  • frisch aufgetretener Diabetes mellitus Typ 3 (post-OP)
  • Anpassung der Insulintherapie, falls eine ambulante Schulung nicht möglich ist oder eine ausreichende Stoffwechselkontrolle nicht erzielt wird
  • schwere Stoffwechselentgleisung des Diabetes mellitus Typ 3 (Ketoazidose)
  • Insulinpumpeneinstellungen
  • wiederkehrende Unterzuckerungen / gestörte Hypoglykämie-Wahrnehmung
  • Diabetes mellitus Typ 3 mit schwerwiegenden Begleiterkrankungen

Schwangerschaftsdiabetes

Was ist Schwangerschaftsdiabetes?

Die während der Schwangerschaft produzierten Schwangerschaftshormone haben einen deutlichen Einfluss auf den Stoffwechsel der Schwangeren. In der Regel ist ihre Bauchspeicheldrüse in der Lage durch eine vermehrte Produktion von Insulin dies auszugleichen. Bei einigen Frauen gelingt dies nicht ausreichend, so dass höhere Blutzuckerwerte entstehen.

Die Manifestation eines Diabetes mellitus während der Schwangerschaft ist sehr selten. Der Schwangerschaftsdiabetes endet mit Entbindung. Dennoch behalten betroffene Frauen ein erhöhtes Risiko für einen Schwangerschaftsdiabetes in der nächsten Schwangerschaft, sowie ein gesteigertes Risiko für einen Diabetes mellitus Typ 2 in ihrem weiteren Leben.

Beim ungeborenen Kind kann ein unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes durch den Glukoseüberfluss ein verstärktes Wachstum auslösen, die wiederum Fehlbildungen und Komplikationen bei der Geburt zur Folge haben können.

Ist das Kind auf der Welt, kann es in den ersten Stunden anfälliger für Unterzuckerungen sein. Gerade nach einem Schwangerschaftsdiabetes ist Stillen wichtig für die Gesundheit von Mutter und Kind. Studien haben gezeigt, dass betroffene Frauen so ihr Risiko für einen späteren Typ-2-Diabetes senken können. Beim Kind hilft Stillen, neben gesunder Lebensweise, einem späteren Übergewicht vorzubeugen.

Wie wird ein Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert?

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen einen Diabetes-Vortest (sogenannter Screening-Test), den Schwangere unbedingt wahrnehmen sollten. Empfohlen ist die Untersuchung für den Zeitraum zwischen der Schwangerschaftswoche (SSW) 24+0 und 27+6. Die Frauen erhalten dabei 50 g Traubenzucker in 200 ml Wasser aufgelöst zum Trinken. Eine Stunde danach wird der Blutzuckerwert gemessen. Liegt dieser bei 135 mg/dl oder höher, sollten Betroffene unbedingt einen weiteren Test zur Bestätigung machen. Der Test wird in der Regel durch den Gynäkologen durchgeführt.

Der Bestätigungstest wird mit 75g Glukose (75g OGTT) durchgeführt. Dafür muss die Schwangere nüchtern, das heißt nach Nahrungspause in den letzten acht Stunden, in die Praxis kommen und wieder in Wasser gelöste Glukose (nunmehr 75 Gramm) trinken. Davor und im Anschluss wird wieder der Blutzuckerwert bestimmt. Ein Schwangerschaftsdiabetes besteht, wenn ein oder mehr der drei folgenden drei Kriterien erfüllt ist:

  • Plasmaglukose nüchtern (vor dem Test) 92 mg/dl oder höher
  • Plasmaglukose nach 1 Stunde 180 mg/dl oder höher
  • Plasmaglukose nach 2 Stunden 153 mg/dl oder höher 

Behandlungsmöglichkeiten

Ambulante Behandlung

Im Erstgespräch wird mit der Schwangeren ausführlich die Entstehung und Bedeutung des Schwangerschaftsdiabetes für die Schwangerschaft, sowie das ungeborene Kind, besprochen. In weiteren Gesprächen wird der Schwangeren mit Schwangerschaftsdiabetes vermittelt, welche Ernährung oder Bewegung jetzt sinnvoll sind, wie die Schwangere ihren Blutzucker zur Kontrolle selbst misst und wie sie gegebenenfalls Insulin spritzt. Der Erfolg der Behandlung wird in regelmäßigen Terminen besprochen. Zudem erfolgt ein enger Austausch mit den Gynäkologen. 

Nach der Geburt normalisiert sich der Glukose-Stoffwechsel in der Regel wieder. Dies wird durch einen erneuten 75g oGTT 6-8 Wochen nach Entbindung überprüft. Es bleibt ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Diabetes mellitus Typ 2 im späteren Leben. Maßnahmen zur Prävention werden besprochen.

Stationäre Behandlung

Die Abteilung Diabetologie des Gemeinschaftskrankenhauses Bonn ist als Diabeteszentrum DDG zertifiziert. Dieses Zertifikat wird Einrichtungen verliehen, die sich durch ihre hochqualitative Behandlung von Menschen mit Diabetes nachweislich auszeichnen.

Eine Stationäre Behandlung des Schwangerschaftsdiabetes ist indiziert, falls es trotz Ausschöpfen der ambulanten Versorgungsmöglichkeiten nicht zu einer ausreichenden Kontrolle der Blutzuckerwerte kommt oder eine geburtshilfliche Indikation zur stationären Behandlung besteht.

Monogenetischer Diabetes (MODY)

Was ist MODY?

Der Maturity Onset Diabetes of the Young oder kurz MODY-Diabetes stellt eine seltene Form der Diabeteserkrankung dar. 1-2 Prozent der Menschen mit Diabetes haben einen Typ MODY. Wie der Name schon beschreibt sind junge Menschen von dieser Erkrankung betroffen. Sie weisen eine spezielle Gen-Veränderung auf. Je nach verändertem Gen unterscheiden wir verschiedene Typen des MODY, die sich dann auch in genetischen Untersuchungen nachweisen lassen. Die jeweils vorliegende Genveränderung beeinträchtigt die Insulin-produzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Der Verlauf der Erkrankung ist unterschiedlich, je nach vorliegender Gen-Mutation. Er ähnelt insgesamt der des Typ-2-Diabetes mit dem Unterschied der frühen Manifestation, die auch bei erstgradig verwandten so aufgetreten war.

Behandlungsmöglichkeiten

Die zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten entsprechen dem des Diabetes mellitus Typ 2.

Ambulante Behandlung 

  • Einzelschulung Diabetes mellitus Typ MODY
  1. Grundzusammenhänge des Krankheitsbildes 
  2. Grundlagen der Ernährung
  3. Therapiemöglichkeiten und Wirkweise der verwendeten Präparate
  4. Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus, damit Sie wissen, worauf Sie im weiteren Leben achten müssen.

Stationäre Behandlung 

Die Abteilung Diabetologie des Gemeinschaftskrankenhauses Bonn ist als Diabeteszentrum DDG zertifiziert. Dieses Zertifikat wird Einrichtungen verliehen, die sich durch ihre hochqualitative Behandlung von Menschen mit Diabetes nachweislich auszeichnen. 

 
Diabetologie

Diabetesbedingte Folgeschäden

Welche Folgen kann der Diabetes nach sich ziehen?

Ein Typ-2-Diabetes ist eine chronische Stoffwechselkrankheit, die erhöhte Blutzuckerspiegel zur Folge hat. Diese schädigen langfristig Blutgefäße und Nerven, was wiederum zahlreiche Organprobleme verursachen kann. Die wichtigsten Folgekrankheiten sind Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschwäche sowie Netzhautschäden.

Behandlungsmöglichkeiten

Ambulante Behandlung

Untersuchung, Beratung und ggf. Behandlung schwerwiegender Begleit- oder Folgeerkrankungen bei allen Diabetesformen.


Stationäre Behandlung 

Neben dem Ziel der Verbesserung der Blutzuckererkrankung erfolgt die Behandlung der bestehenden Organkomplikation. Sollten diese im Vordergrund stehen, erfolgt die Hauptbehandlung in der jeweiligen Fachabteilung. Die Blutzuckereinstellung wird dann dort vor Ort vom Team der Diabetologie mitbegleitet. Umgekehrt erfolgt ebenso die Mitbehandlung der Folgeerkrankungen durch die entsprechenden Fachabteilungen, wenn die Blutzuckertherapie im Vordergrund steht. 

KardiologieGefäßchirurgieinterventionelle RadiologieViszeralmedizin, Neurologie

Diabetisches Fußsyndrom

Wie kommt es zum Diabetischen Fußsyndrom

Chefarzt Dr. Menzen bei der Untersuchung

Der diabetische Fuß ist eine häufige Folgeerkrankung des Diabetes mellitus. Aber was macht die Füße von Diabetikern verletzlicher als die anderer Menschen?

Mehrere Faktoren spielen bei der Entstehung eine Rolle, vor allem aber Störungen im Blutfluss sowie Schädigungen des Gefühlsempfindens durch eine Störung der Nervenfunktion.


Gestörte Nervenfunktion (Neuropathie)

Nervenfasern in den Beinen haben unterschiedliche Funktionen. Sie können für Druck-, Berührungs- oder Hitzeempfinden verantwortlich sein, dann nennt man sie sensible Nervenfasern. Sie können die Muskulatur willentlich steuern, dann nennt man sie motorische Nervenfasern. Sie regulieren aber auch Feuchtigkeit der Haut, Gefäßweite oder die Schweißbildung, dann nennt man sie autonome Nervenfasern. 

Die autonome Nervenfunktionsstörung macht die Haut an Beinen und Füßen trocken, rissig und anfällig für Verletzungen. Zudem führt eine geringere Empfindlichkeit der sensiblen Nerven und der veränderte Muskelzug durch den Schaden der motorischen Nervenfasern zu Fehlbelastungen des Fußes und damit zur Hornhautbildung und Druckstellen.

Diese Verletzungen nehmen Betroffene bei geschädigter sensibler Nervenfunktion unter Umständen schlechter oder gar nicht wahr. Deswegen können sie diese nicht rechtzeitig entdecken und versorgen.

Erhöhte Blutzuckerwerte beeinträchtigen dabei auch von sich aus die Körperabwehr negativ. D.h. bei schlecht eingestelltem Blutzucker heilen Wunden schlechter.

Ein weiterer Punkt der dazu führen kann, dass Wunden schlecht heilen, ist eine Störung der Durchblutung. Die Diabeteserkrankung kann Gefäßschäden in den Beinen, meist im Bereich des Unterschenkels nach sich ziehen. Die Wunde wird zu gering mit Nährstoffen versorgt. Die Wundheilung verzögert sich oder es kommt zur weiteren Verschlechterung.

Dann besteht sogar das Risiko einer Amputation. Rund 50.000 Amputationen als Folge des diabetischen Fuß-Syndroms werden jährlich in Deutschland vorgenommen. Experten gehen davon aus, dass ein nicht geringer Anteil dieser Eingriffe vermeidbar wäre. Dem dient unsere Arbeit.

Behandlungsmöglichkeiten

Interdisziplinäre Behandlung 

Die Behandlung von Menschen mit einem diabetischen Fuß-Syndrom gehört in die Hände von Spezialisten. Wegen der vielfältigen Ursachen ist ein enges Zusammenspiel von Spezialisten erforderlich. So arbeiten Diabetologen, Gefäßspezialisten, Fuß- und Wundchirurgen, Infektiologen, Podologen, Wundtherapeuten, Orthopädie-Schuhmacher und -Techniker sowie Physiotherapeuten im Gemeinschaftskrankenhaus bei der Therapie von Menschen mit diabetischen Fußwunden zusammen. Die Abteilung Diabetologie ist hierfür ein anerkanntes Behandlungszentrum der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Die Abteilung für Gefäßchirurgie besitzt die Anerkennung als Gefäßzentrum der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie.
Eine Qualifikation zum Diabeteszentrum, Fußbehandlungszentrum und Gefäßzentrum findet sich in Deutschland nur an 12 Krankenhäusern. Dies erklärt die überregionale Expertise des Gemeinschaftskrankenhaus in diesem Bereich seit vielen Jahren. 
Nur in der gemeinsamen Arbeit lassen sich alle erforderlichen Punkte erfüllen, um der Entstehung eines diabetischen Fußsyndroms vorzubeugen oder dieses zu behandeln. Dies sind:

  • Schulung des Betroffenen zur Vorbeugung und eine gute Diabeteseinstellung
  • Akute Wunden versorgen und behandeln
  • Infektion behandeln. 
  • Wunden oder Druckstellen einer Druckentlastung zuführen
  • Gefäßerkrankungen behandeln
  • wenn unvermeidlich, Operation durchführen


Ambulante Behandlung 

  • Auf Überweisung von diabetesgeschulten Hausärzten oder Diabetologen bei Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 mit
  1. Störung der Nervenfunktion oder
  2. Störung der Durchblutung oder
  3. deutlichen Fußverformungen
  4. sowie bei Fußwunden 


  • Allgemeine Untersuchung und Beratung bei Beschwerden in den Füßen
  • Diagnostik und ggf. Therapie bei Nervenfunktionsstörungen (Taubheitsgefühle, Schmerzen in den Beinen, Ameisenlaufen, Kämpfe) 
  • Diagnostik und ggf. Einleitung einer Therapie bei Durchblutungsstörungen (Schaufensterkrankheit)
  1. Verschlussdruckmessung
  2. farbkodierte Duplexsonographie


  • Diagnostik und ggf. Therapie bei Fußformveränderungen (Hammerzeh, Krallenzeh, Hallux valgus oder ridigus, Spreiz-Senk-Knick-Fuß, Charcot-Fuß)
  1. Fußdruckmessung, Ganganalyse (Pedographie)
  2. Überweisung zur konventionellen Röntgendiagnostik bzw. CT oder MRT
  3. ggf. Mitbetreuung der Fußpatienten durch einen Orthopädieschuhtechniker bzw. - schumacher vor Ort bei komplizierten Versorgungen 
  4. Total-contact-casting, Mabal-Schuh, Orthesenversorgung 
  5. ambulantes Operieren 


  • Diagnostik und Therapie bei schwer heilenden Wunden
  1. Wundsäuberung und -inspektion 
  2. stadiengerechte Wundbehandlung 
  3. ggf. spezielle Wundhandlungsverfahren
  4. VAC Therapie 


Teilstationäre Behandlung 

Ein entsprechendes Behandlungsangebot befindet sich derzeit in Planung.


Stationäre Behandlung 

Die Abteilung Diabetologie des Gemeinschaftskrankenhauses Bonn ist als Diabeteszentrum DDG zertifiziert. Dieses Zertifikat wird Einrichtungen verliehen, die sich durch ihre hochqualitative Behandlung von Menschen mit Diabetes nachweislich auszeichnen. Zusätzlich besteht die Zertifizierung der Arbeitsgemeinschaft Fuß der Deutschen Diabetes Gesellschaft zur Behandlung des diabetischen Fußsyndroms.
Eine Aufnahme ins Krankenhaus ist angezeigt bei: 

  • bis an den Knochen reichenden Wunden
  • schwere Infektionen
  • Störungen der Durchblutung
  • wenn eine vollständige Entlastung erforderlich ist 
  • der Blutzucker begleitend deutlich entgleist ist
  • schwerwiegende Begleiterkrankungen bestehen
  • aktuer DNOAP (siehe FAQ) 

Das Behandlungsspektrum beinhaltet neben den unter ambulanter Therapie genannten Punkten die Möglichkeit des Hinzuziehens der entsprechend anderen Fachabteilungen der Zentrums für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin, sowie der Abteilung für Gefäßchirurgie.

Diabetes als Nebendiagnose

Wie werde ich betreut, wenn ich als Diabetiker im Krankenhaus behandelt werde?

Sollten Sie als Mensch mit Diabetes in unserem Krankhaus behandelt werden und treten Probleme mit der Blutzuckerkontrolle auf, wird das Krankheitsbild neu entdeckt oder ist eine Anpassung der Medikation erforderlich, erfolgt die Mitbehandlung durch das Team der Diabetologie, nach Auftrag durch die behandelnden Ärzte. 

 

Flyer rund um das Thema Diabetes, werden hier bald verfügbar sein!

 
 
 

Menzen, Markus

Chefarzt diabetes im zentrum

Haus St. Petrus / Bonner Talweg 4-6
53113 Bonn
Tel: +49 228 508-1451
Fax:+49 228 508-1452
inneremedizin@gk-bonn.de

Terminvergabe für die Diabetische Fußambulanz

>über das Sekretariat: 
  Frau Elke Hengst 
  Tel.: +49 228 508-1451   


>sowie bei Notfällen über den          diensthabenden Arzt der Inneren Medizin
 Tel.: +49 228 508-7239

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