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Das Team hat gut funktioniert

Auf dem neuesten Stand: Die Intensivstation im Haus St. Petrus

 Das Corona Virus hat das Gesundheitswesen insgesamt und auch das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn vor eine bisher nicht gekannte Herausforderung gestellt. Dank guter Zusammenarbeit aller Berufsgruppen im Haus sowie mit dem Gesundheitsamt und anderen Kliniken konnte die Krise im März/April gut bewältigt werden. Besonders im Blickpunkt: die Intensivstation.

Im März ging es Schlag auf Schlag. Als sich auch in Deutschland ein exponentielles Wachstum der Zahl von an Covid-19 erkrankten Patienten anbahnte und die Bilder von hoffnungslos überforderten Krankenhäusern in Nachbarländern Angst und Schrecken verbreiteten, mussten ab 16. März alle nicht akut notwendigen Operationen, Behandlungen und Krankenhausaufenthalte verschoben werden, um  Kapazitäten für die erwarteten schwer an Covid-19 erkrankten Patienten zu schaffen.

Am Gemeinschaftskrankenhaus Bonn wurde unter Leitung des Ärztlichen Direktors, Privatdozent Dr. Jochen Textor, eine Covid-Task Force gebildet, die täglich zusammentrat, um die zahlreichen Aufgaben zu koordinieren. Für die Behandlung von Covid-19-Patienten, die nicht intensivpflichtig sind, wurden im Haus St. Elisabeth und im Haus St. Petrus je eine Station frei gemacht. Besonders im Blickpunkt waren die Intensivstationen. Dr. Textor: „Durch gemeinsame Anstrengungen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses ist es uns gelungen, in kürzester Zeit die Kapazität an verfügbaren Beatmungsplätzen zu verdreifachen." Dazu wurde im Haus St. Petrus ein Operationssaal zu einer Intensiveinheit umgebaut und mit intensivmedizinischen Geräten auch aus dem Haus St. Johannes ausgestattet. Zahlreiche Mitarbeiter wurden für die Betreuung von Intensivpatienten geschult, so dass ausreichend zusätzliches Personal zur Verfügung steht. Das gesamte Personal erhielt spezielle Hygieneschulungen.

Auf der Intensivstation im Haus St. Petrus wurde die Zahl der Betten mit Beatmungsmöglichkeit von sechs auf zwölf verdoppelt, und es wurden in einem Operationssaal weitere vier Betten eingerichtet. Zusätzlich zu Covid-19-Patienten, auch schwerstkranken, wurden Patienten mit Herzinfarkt, Schlaganfall und Unfallopfer behandelt. „Und alles war händelbar“, stellt der Leiter der Intensivstation im Haus St. Petrus, Dr. Gerrit Schuhmacher, Oberarzt Anästhesie, zufrieden fest. „Wir haben für alle Probleme eine Lösung gefunden.“

In der ersten Zeit hat ihn das Problem knapper Schutzkleidung und Desinfektionsmittel beschäftigt, aber beides ist nie ausgegangen. Dr. Schuhmacher: „Das Personal war immer geschützt. Aber es war schon so, dass man die letzte Flasche Desinfektionsmittel aus dem Schrank holte.“ Die Lösung: „Da haben wir ein 1000-Liter-Fass gekauft und selbst abgezapft.“ Man profitierte auch von der Vorratshaltung des Krankenhausträgers Barmherzige Brüder Trier (BBT). Weitere Beatmungsgeräte wurden bestellt.

Für Dr. Schuhmacher war die Zeit der Corona-Krise „anstrengend und lehrreich“. Die Pandemie habe „Lücken im System aufgedeckt, insbesondere die Unterfinanzierung der Krankenhäuser.“ Zum Glück sei der beschlossene Abbau von Intensivkapazitäten noch nicht umgesetzt worden. „So stehen wir besser da als andere Länder.“

Im Gemeinschaftskrankenhaus profitieren Covid-19-Patienten von der hohen medizinischen Expertise und einer besonderen menschlichen Zuwendung durch Ärzte und Pflegepersonal. Bevor eine intensivmedizinische Behandlung beginnt, werden der Patient und seine Angehörigen ausführlich darüber informiert, was diese beinhaltet und wie die Prognose ist, damit er seine Einwilligung geben kann. Reicht bei beatmungspflichtigen Patienten in vielen Fällen eine kurze Beatmungszeit von wenigen Tagen aus, ist das Besondere bei Covid-19-Patienten, dass die maschinelle Beatmung sehr lange aufrechterhalten werden muss – durchschnittlich 18 Tage – und dass das Sterberisiko hoch ist. Dr. Schuhmacher: „Der Patientenwille steht über allem.“ Kann sich der Patient nicht mehr äußern, wird die Patientenverfügung herangezogen, und die Angehörigen werden befragt.

Ein Problem für die Angehörigen der Patienten war das strikte Besuchsverbot im Krankenhaus zum Höhepunkt der Pandemie. Um dennoch einen direkten Kontakt zu ermöglichen, wurden Tablets angeschafft, so dass Videotelefonate geführt werden konnten. Inzwischen sind auf der Normalstation Besuche eingeschränkt wieder möglich, auf der Intensivstation werden in lebensbedrohlicher Situation Angehörige zugelassen. Den Kontakt zu den Angehörigen zu halten, ist Dr. Schuhmacher sehr wichtig: „Für jeden Patienten haben wir einen festen Ansprechpartner und melden uns in akuten Situationen zu jeder Tages- und Nachtzeit bei ihm. Umgekehrt sind wir auch für die Angehörigen erreichbar.“ Auch eine seelsorgliche Betreuung ist gewährleistet.

„Eine solche Ausnahmesituation wie die Corona-Krise bewältigt man nur als Team“, ist Dr. Schuhmacher überzeugt. Und dieses Team war ja auch vergrößert worden: Orthopädische Ärzte wurden in wenigen Tagen in Kompaktkursen zu „Intensivmedizinern“, Pflegekräfte zu „Intensivpflegern“ geschult. Im Rückblick auf den Höhepunkt der Pandemie kann er jetzt nicht ohne Stolz sagen: „Das hat unglaublich gut funktioniert. Alle haben an einem Strang gezogen, jeder in seinem Bereich, und da hat alles gut ineinandergegriffen, sodass wir eine echte Gemeinschaftsleistung auf die Beine gestellt haben.“ Um die Mitarbeiter aufzufangen, hat Dr. Schuhmacher sie einmal pro Tag zu einer kleinen Gesprächsrunde eingeladen: „Jeder konnte aussprechen, was ihn bedrückte. Und das blieb unkommentiert.“ Am Anfang noch etwas zögerlich, sei dieses Angebot gut angenommen worden. Und Dr. Schuhmacher merkte so rechtzeitig, wo nachjustiert werden musste. Neben den Seelsorgern standen auch die am Haus tätigen Psychologinnen für die Betreuung des Personals zur Verfügung.

Nicht nur das Team der Intensivstation sei durch die gemeinsame Bewältigung der Ausnahmesituation zusammengeschweißt worden. Dr. Schuhmacher lobt auch die gute Zusammenarbeit im gesamten Haus und mit den anderen Bonner Kliniken in der Corona-Krise: „Wir haben uns ausgetauscht und sind näher zusammengerückt.“

Seit Anfang Mai kehrte das Gemeinschaftskrankenhaus schrittweise in einen Regelbetrieb zurück, stellt dabei aber weiterhin die Versorgung der Covid-19-Patienten auf Normal- wie Intensivstation sicher. Dabei wird stets nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts und anderer Experten gearbeitet. Durch ein umfassendes Hygiene- und Schutzkonzept ist für Patienten sowie Krankenhauspersonal das Risiko einer Infektion minimiert.

Ihr Ansprechpartner im Gemeinschaftskrankenhaus Bonn

Dr. med. Gerrit Schuhmacher
Chefarztvertreter; Leitung Intensivstation Haus St. Petrus
Facharzt für Anästhesiologie
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