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Bundesweiter Schmerztag am 6. Juni

Dr. Inge Ermerling leitet die Sektion Schmerzmedizin

Am 6. Juni ist der bundesweite Schmerztag - Grund für uns, mal genauer hinzusehen, was die Abteilung für Schmerzmedizin am Gemeinschaftskrankenhaus leistet und wie der Stand der Dinge im Bereich Schmerztherapie ist. Ein Interviewe mit Sektionsleiterin Dr. Inge Ermerling.

Wann raten Sie zu einer Schmerztherapie und nicht einfach zu einer Aspirin? 

Dr. Ermerling: Zwischen Schmerztherapie und Aspirin stehen noch viele Optionen. Grundsätzlich sollte bei jedem neu aufgetretenen Schmerz die Ursache erforscht werden. D.h. der Patient geht zu seinem Hausarzt oder einem Facharzt der Orthopädie oder Neurologie je nach Schmerzlokalisation. Immer dann, wenn der Schmerz länger andauert als erwartet bzw. als die eigentliche Ursache oder aber die Lebensqualität des Patienten durch die Beschwerden sehr stark eingeschränkt ist, sollte an einer Schmerztherapie gedacht werden

Welche Arten der Schmerztherapie werden angeboten?

Dr. Ermerling: Je nach  Schmerz gibt es ganz unterschiedliche Verfahren die Beschwerden zu lindern. Je chronischer ein Schmerz, je mehr Verfahren müssen in enger Abstimmung zusammen angewandt werden ( multimodale Schmerztherapie). Beim akuten postoperativen Schmerz hilft in der Regel allein die Gabe von Medikamente, oder aber auch ein Regionalanästhesieverfahren, d.h. ein Nerv wird gezielt betäubt. Bei akuten Verspannungen helfen Dehnungsübungen und Wärmeanwendungen. Manchmal können akute Blockaden die zu Rückenschmerzen führen durch eine manuelle Therapie ( Physiotherapie) gelöst werden. Bei Spannung Kopfschmerzen helfen Entspannungsverfahren, leichte körperliche Bewegung, Dehnungsübungen etc. Bei chronischen Schmerzen, die auch zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität geführt haben, muss in der Regel eine multimodale Therapie , die auch eine psychologische Schmerztherapie beinhaltet, angewandt werden. In einigen wenigen Fällen z.B. bei sehr starken Nervenschmerzen muss gegebenenfalls zusätzlich ein sogenanntes neuromodulatorisches Verfahren mit herangezogen werden.

Alternative Schmerztherapien wie Botox sind derzeit in Mode…hilft das aber auch?

Dr. Ermerling: Botox ist ein Mittel, was schon längere Zeit im Bereich von schmerzhaften Muskelspastiken eingesetzt wird. Es ist mittlerweile zugelassen als Prophylaxemittel der chronischen Migräne. Es gibt viele Einzelfallberichte mit positiver Erfahrungen beim Einsatz von Botox bei Nervenschmerzen. Dazu ist Botox noch nicht zugelassen, wird aber im sogenannten of label use Verfahren von einigen Kliniken angewandt. Groß angelegte Studien fehlen dazu jedoch noch.

 
 
 
 
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