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Hilfe, mein Kopf zerplatzt!

Kopf

Fast jeder zweite Mensch in Deutschland kennt Kopfschmerzen.

54 Millionen Menschen in Deutschland leiden manchmal oder dauerhaft an Kopfschmerzen. Mehr als 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen werden von Fachleuten unterschieden. Dr. Inge Ermerling, Sektionsleiterin der Schmerztherapie am Gemeinschaftskrankenhaus Bonn und DMKG zertifizierte Kopfschmerzexpertin . erklärt hier, wie man diesen Beschwerden heutzutage auf den Grund geht und wie man in vielen Fällen Betroffenen helfen kann.

Wenn der Schädel brummt, hämmert oder pocht, sagen die meisten: Ich habe Kopfschmerzen. Wie finden Sie heraus, um welche Art Kopfschmerz es sich handelt?

Dr. Ermerling: Wer zu uns in die Sprechstunde kommt, hat meist ein längeres Martyrium hinter sich, auch, da viele meinen, wegen Kopfschmerzen nicht zum Arzt gehen zu müssen. Zur Klärung der Kopfschmerzursache ist eine gezielte Befragung (Anamnese), Untersuchung und das Führen eines Kopfschmerz-Tagebuchs wichtig. Vorrang ist heraus zu bekommen, ob es sich um primäre oder sekundäre Kopfschmerzen handelt. Sekundäre Kopfschmerzen treten in Folge von anderen Erkrankungen auf, so zum Beispiel bei Infektionen, nach Verletzungen des Kopfes, als Nebenwirkung von Arzneimitteln oder anderen Stoffen sowie auch bei deren Entzug, bei gewissen Gefäßkrankheiten im Bereich des Kopfes oder Halses, Schäden von Nerven des Gehirns, Kopfes oder Gesichts, Schädigungen der Halswirbelsäule, Gehirntumoren oder auch Erkrankungen von Hals, Augen, Ohren, Nase, Nasennebenhöhlen, Zähnen. 

Mit welchen Untersuchungen ermitteln Sie die Ursache der Kopfschmerzen?

Dr. Ermerling: Wir fragen unter anderem nach Häufigkeit, Art und Dauer der Schmerzen, dem Kopfbereich, in dem sie auftreten sowie nach weiteren Krankheitszeichen, die zusammen mit oder vor dem Kopfweh auftreten, wie zum Beispiel Sehstörungen,Übelkeit, Erbrechen oder tränende Augen. Interessant ist auch, wann die Schmerzen genau vorliegen, wie lange sie andauern und was sie lindert oder verschlimmert.
Im Anschluss an die Erhebung der Krankengeschichte untersucht der Arzt den Patienten. Dabei wird er seine Aufmerksamkeit besonders auf Kopf und Hals richten. Er testet zusätzlich die Funktion der Nerven und untersucht eventuell auch die Augen. Sind die Symptome typisch für eine bestimmte Art primärer Kopfschmerzen und ist die körperliche Untersuchung normal, so kann der Arzt die Diagnose „primärer Kopfschmerz“ stellen, ohne dass er weitere Untersuchungsverfahren einleiten muss

Wenn die Art meines Schmerzes feststeht, wissen Sie dann ein All-Heilmittel?

Dr. Ermerling: Nein, denn der Kopfschmerz ist ein Symptom und hat viele Auslöser. Wir unterscheiden Medikamente, die akut im Anfall helfen, von Medikamenten, die vorbeugend eingesetzt werden. Aber Medikamente allein helfen häufig nicht. Wir wenden ganzheitliche Methoden bei unseren Patientinnen und Patienten an. Wir arbeiten mit Physiotherapeuten ebenso zusammen wie mit Psychologen. Entspannungstechniken, Ausdauertraining und Akupunktur sind wichtige und effektive Maßnahmen in unserer Kopfschmerztherapie.

 
 
 
 
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Veranstaltungshinweis

Arzt-Patienten-Seminar am Donnerstag, den 08.11.2018, von 17-19 Uhr, im Konferenzraum des Hauses St. Elisabeth. 

 
 
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