Palliativ-Hände
Willkommen
10 Jahre Ethikkomitee

Klinisches Ethikkomitee

Liebe Patientin, lieber Patient!

„Wir schützen und fördern das Leben. Daher fühlen wir uns den ethischen Grundfragen besonders verpflichtet“

So heißt es in unserem Leitbild. Deshalb haben wir ein Ethikkomitee eingerichtet, dem MitarbeiterInnen aller Berufsgruppen angehören. Zwei Mitglieder sind ausgebildete Berater für Patientenverfügungen.

Das Ethikkomitee tritt alle drei Monate zusammen und hat drei Aufgaben:

Es erarbeitet Empfehlungen für ethische Problemstellungen, die dann durch das Direktorium in Leitlinien allen Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden können. Es schafft so die Grundlagen für ethische Fallbesprechungen. Es organisiert Fortbildungen zu ethischen Themen (wie z. B. Patientenverfügungen, Organtransplantation, Therapiezielbestimmung, Spannungsfeld von persönlicher Freiheit und Fürsorge). Zudem hat jede/r die Möglichkeit, ethische Fragestellungen an das Komitee zu richten.

Die Beratungen des Ethikkomitees behandeln grundlegende Fragen des klinischen Alltags:

  • Wie kann in Zeiten schwerer Krankheit, in der jemand besonders verletzbar ist und sich vielleicht selbst nicht mehr äußern kann, dessen persönliche Freiheit und Würde bewahrt werden?
  • Wie können die Wertvorstellungen von Patientinnen und Patienten in die klinischen Entscheidungen einbezogen werden?
  • Wie kann die letzte Lebensphase eines Menschen, wie können Situationen von Krankheit, Hilflosigkeit und Gebrechlichkeit so gestaltet werden, dass der Einzelne die Möglichkeit hat, seinen Wertvorstellungen entsprechend leben zu können und behandelt zu werden?  

Häufig sehen sich die behandelnden Ärzte mit komplexen Entscheidungsprozessen konfrontiert, die mehr erfordern als medizinisches Fachwissen: Was tun, wenn die Medizin helfen kann, der Patient das aber nicht will? In solchen Fällen kann jeder Mitarbeiter eine ethische Fallbesprechung einberufen. Dort werden dann –  von einem neutralen Moderator begleitet – die Fakten zusammengetragen und unter Einbezug der verschiedenen Berufsperspektiven im Konsens mit dem erklärten oder mutmaßlichen Willen der Patientin oder des Patienten erörtert. Als Gesprächsergebnis wird eine Empfehlung an den behandelnden Arzt ausgesprochen. 

Das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn ist eine von rund 150 der insgesamt 2.200 deutschen Kliniken, die ein Ethikkomitee haben.

 

Zehn Jahre Ethikkomitee

Teilnehmer der Podiumsdiskussion zum Jubiläum bestätigen hohe Bedeutung der ethischen  Fallbesprechungen.

 Podiumsdiskussion zum Jubiläum des Ethikkomitees
Podiumsdiskussion zum Jubiläum des Ethikkomitees

Seit zehn Jahren setzen sich Mitarbeitende aus den Bereichen Medizin, Pflege, Seelsorge, Sozialarbeit sowie anderen Berufsgruppen im Ethikkomitee regelmäßig mit den Grenzbereichen von Medizin und Pflege auseinander. Dies wurde anlässlich des Jubiläums von  Experten für Ethik in der Medizin sowie aus der ärztlichen und pflegerischen Praxis bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Reanimation – ethische Abwägungen des Verzichts“ veranschaulicht.

Die Entscheidung, ob ein Patient wiederbelebt werden soll oder nicht, gehört zu den schwierigsten, vor die Intensivmediziner gestellt werden. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie in einem solchen Fall die Fürsorgepflicht des Arztes und die Autonomie des Patienten, d.h. sein (mutmaßlicher) Wunsch, in Einklang zu bringen sind. Intensivmediziner Dr. Federico Cuadra erklärte, dass es für den Arzt eine Gewissensentscheidung sei: „Auch wenn die Angehörigen mit Klage wegen unterlassener Hilfeleistung drohen, darf ich keine nicht angezeigte Wiederbelebung machen.“  Fachwissen und Ethik gäben dem Arzt die innere Stabilität und damit die Kraft, Aussichtslosigkeit zu konstatieren. Christoph Bremekamp, Krankenhausoberer und Mitglied des Ethikkomitees, erläuterte, wie die ethische Fallbesprechung den Arzt im komplexen Entscheidungsprozess unterstützt: Bei dieser kurzfristig einberufenen Beratung, an der neben den Ärzten auch die Pflegenden teilnehmen, werden die Fakten aus allen Perspektiven betrachtet und dann eine Empfehlung abgeleitet. Dies habe sich bewährt.

 
 
 

Ihr Ansprechpartner

Bremekamp, Christoph

Krankenhausoberer

Tel: +49 228 508-1500
Fax:+49 228 506-2150
c.bremekamp@gk-bonn.de

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