Zur Startseite
Im Dialog

Schmerzhafter Gelenkersatz

Chefarzt Dr. Haas im Patientengespräch.

Insbesondere die Hüft- aber auch die Knieendoprothetik gehören zu den besonders erfolgreichen Eingriffen in der Medizin. Dennoch kann es auch bei diesen Operationen zu Komplikationen oder zu unerwünschten Behandlungsergebnissen kommen. Die betroffenen Patienten fühlen sich oft allein gelassen mit ihrem Wunsch nach Information und Aufklärung. Auf dem Boden fehlender Informationen können Missverständnisse und unnötige Vorwürfe entstehen. Unsere Veranstaltung widmet sich genau diesen Problemen: Schmerzen oder Einschränkungen trotz erfolgter Gelenkersatzoperation. Neben 4 bis 5 regelmässigen Veranstaltungen pro Jahr für Patienten vor einem Gelenkersatzeingriff (Patientenschulungen) an unserem Krankenhaus bieten wir am 8. Februar 2017 im Rheinischen Landesmuseum in Bonn eine „Patientenschulung spezial“ zum Thema „Der schmerzhafte Gelenkersatz“ an. Interessierte sind herzlich willkommen. 

Was die Ursachen sind, wann ein Wechsel notwendig ist und was die Teilnehmer in der Veranstaltung erwartet, erklärt uns der Chefarzt des Zentrums für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin, Dr. Holger Haas, vorab in einem Interview.

 
1)     Wie lässt sich der Schmerz erklären bzw. was ist die Ursache für den Schmerz?


Dr. Haas: Schmerzen nach einer Prothesenimplantation sind erfreulicherweise selten. Wenn sie auftreten, können die Ursachen sehr vielfältig sein. Neben einer beginnenden Lockerung der Prothese, die schon viele Jahre einwandfrei funktioniert hat, können auch Materialfehler, Reizzustände durch Überlastung, Probleme an anderen Gelenken und Erkrankungen, die nicht mit dem Gelenk selber in Verbindung stehen, ursächlich für die Beschwerden sein. Natürlich gibt es auch Fälle, bei denen die Prothese nicht wie vorgesehen eingebaut wurde und so Probleme auftreten.
 
2)     Was kann man gegen den Schmerz tun?


Dr. Haas: Vor jeder Therapie steht eine eindeutige Diagnose! Und gerade das stellt eine wesentliche Herausforderung für den Arzt dar. Die sorgfältige Analyse des Beschwerdebildes, die genaue körperliche Untersuchung und die ergänzende Anwendung technischer Untersuchungsmethoden (Röntgen, CT, MRT etc.) bilden hierfür die Basis. Erst wenn das Ergebnis dieser Untersuchung klar ist, kann gemeinsam mit dem Patienten eine Therapie besprochen und festgelegt werden.
 
3)     Wann ist ein Gelenkwechsel notwendig?


Dr. Haas: Zwingend notwendig wird ein Wechsel der einliegenden Prothese bei Vorliegen einer Gelenkinfektion: Bakterien können auf der Prothese einen sogenannten Biofilm bilden, in dem sie weder durch die körpereigenen Abwehrzellen noch durch Antibiotika angreifbar sind. In diesen Fällen führt nur der Austausch der Prothese zu einer Ausheilung der Infektion.
Liegt eine Lockerung der Prothese vor oder wurde eine Fehllage diagnostiziert, ist ebenfalls in den meisten Fällen ein Austausch der Prothese erforderlich.
Durch moderne Operationstechniken und hoch entwickelte Implantate können diese Operationen jedoch in aller Regel erfolgreich durchgeführt werden.
 
 
4)     Welche Themen werden in Ihrer Schulung, die nun häufiger stattfinden soll, behandelt? 
 
Dr. Haas: Die Patientenschulung Spezial ist die erste Veranstaltung dieser Art, die wir durchführen. Auch ist mir keine Klinik bekannt, die dieses Thema öffentlich im Rahmen einer Veranstaltung für die Patienten und die interessierte Öffentlichkeit behandelt.
Mit der Veranstaltung sollen die Patienten noch besser in die Lage versetzt werden, das Vorgehen ihres Arztes zu verstehen und eine aktive Rolle in der Behandlung einzunehmen. Wir sind fest davon überzeugt, dass aufgeklärte Patienten, bessere Behandlungsergebnisse erzielen.
Natürlich können wir einzelne, zum Teil sehr spezielle Fragestellungen unserer Patienten im Rahmen der Veranstaltung nicht umfassend beantworten. Diese Patienten haben jedoch die Möglichkeit, in den Spezialsprechstunden unseres Zentrums entsprechenden Rat einzuholen.
 

 
 
 
 
33