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Im Dialog

Schmerzen

Wenn es schmerzt im Rücken
Wenn es schmerzt im Rücken

Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Nervenschmerzen- gelegentliche Schmerzen sind für den Menschen ebenso normal wie Hunger und Durst. Was passiert aber wenn der Schmerz das Leben bestimmt? In Deutschland leiden mehrere Millionen Menschen unter chronischen Schmerzen, viele von ihnen sind unterversorgt.  Der „Aktionstag gegen den Schmerz“ am 7. Juni 2016 leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Schmerzversorgung und macht sich stark für das Anliegen von Schmerzpatienten und deren Angehörigen in Deutschland.
Wie chronische Schmerzen überhaupt entstehen können und was wirklich bei Schmerz hilft, erklärt Dr. med. Inge Ermerling, Leiterin der Sektion Schmerztherapie im Gemeinschaftskrankenhaus Bonn, im Experteninterview.
 
Welche Arten von Schmerz gibt es?
 
Dr. Ermerling: Es gibt akute Schmerzen und chronische Schmerzen. Desweiteren unterscheidet man Nervenschmerzen von sogenannten Gewebeschmerzen und einem sogenannten gemischten Schmerz.
 
Was ist chronischer Schmerz eigentlich und wie kann ich vorbeugen?
 
Dr. Ermerling: Es sind einige Risikofaktoren für eine Schmerzchronifizierung bekannt, wie beispielsweise bestimmte Operationen, genetische Faktoren, das weibliche Geschlecht, starke langanhaltende Schmerzen sowie psychische Traumata, etc.
Warum sich ein Schmerz in den einzelnen Fällen chronifiziert oder nicht, ist Gegenstand der Wissenschaft und bislang nicht hinreichend erforscht.
Der chronische Schmerz dauert länger als erwartet, ist abgekoppelt vom auslösenden Ereignis, hat eine veränderte Schmerzhemmung und Schmerzwahrnehmung, er hat keine Warn-oder Schutzfunktion mehr und wird erklärt durch das sogenannte bio-psychosoziale Krankheitsmodell. Dieses Modell bezieht biologische, psychologische und soziale Faktoren in die Entstehung von Krankheiten mit ein
 
„Beiß die Zähne zusammen“ –  Tapfer sein oder direkt zum Arzt?
 
Dr. Ermerling: Zähne zusammenbeißen ist generell schlecht. Das erhöht die Muskelspannung und verstärkt den Schmerz. Besser ist es eine Position zu finden in der der Schmerz reduziert ist, Entspannung und Ablenkung helfen zusätzlich. Neu auftretende Schmerzen müssen zunächst medizinisch abgeklärt werden. Auf jeden Fall sollte schnell ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Schmerzen von Fieber, Abgeschlagenheit, neurologischen Symptomen wie Lähmungen oder Blasenstörungen begleitet werden sowie bei vorangegangenen Unfällen oder Stürzen.
 
Was hilft wirklich gegen den Schmerz - Sind Medikamente die einzige Lösung?
 
Dr. Ermerling: Schmerz ist nur ein Symptom. Um den Schmerz adäquat behandeln zu können, muss zunächst die Ursache geklärt werden. Da reichen die Therapieoptionen von Abwarten, über Medikamentengabe  bis hin zur Operation, eben je nach Ursache.
 
In Deutschland leidet schätzungsweise jeder Dritte regelmäßig unter Rückerschmerzen- was hilft wirklich?
 
Dr. Ermerling:
Auch der Rückenschmerz ist nur ein Symptom und kann unterschiedlichste Ursachen haben. Hinter Rückenschmerzen können sich auch internistische Erkrankungen verbergen wie eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eine Aussackung der Hauptschlagader. Man unterscheidet spezifische Rückenschmerzen von sogenannten unspezifischen Rückenschmerzen. Bei den spezifischen Rückenschmerzen ergeben sich teilweise auch kausale Therapieoptionen.
 
Weitere Informationen zu Rückenschmerzen und deren Behandlungsoptionen gibt es am 30.06.2016 von 17-19 Uhr in unseren Arzt- Patienten-Seminaren „Rückenschmerzen und Behandlungsoptionen“.
 

 
 
 
 
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