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Im Dialog

Erweiterung der Körperschlagader

Bauchaorta

Die Abteilung für Gefäßchirurgie des Gemeinschaftskrankenhauses Bonn lädt am Samstag, den 20. Mai 2017, alle Interessierten zu einer Informationsveranstaltung ins Haus St. Petrus ein. Von 10.00 – 13.00 Uhr haben die Besucher die Gelegenheit, sich über die Erweiterung der Körperschlagader (Aneurysma) und die entsprechende Diagnostik und Therapie zu informieren. Zudem kann man eine Vorsorgeuntersuchung mittels Ultraschall der Bauchaorta vornehmen lassen. Im Vorfeld haben wir Chefarzt Dr. Jürgen Remig zu dem Thema befragt:
 
Knapp 300.000 Menschen in Deutschland tragen ein sogenanntes Baucharorten-aneurysma in sich, ohne es zu wissen. In wie vielen Fällen endet das dramatisch?
 
Dr. Remig: Die meisten Menschen wissen nichts von Ihrer Erweiterung der Bauchschlagader (Aorta), da diese Erkrankung keine Schmerzen verursacht und die Schlagader tief im Bauchraum liegt. Je größer der Durchmesser der Aorta wird, umso höher wird das Risiko, dass diese platzen kann. Ab 5 cm Durchmesser liegt das Risiko der Ruptur bei 5% pro Jahr und steigt steil mit der zunehmenden Größe an. Im Jahr 2012 wurden in Deutschland fast 14.000 Patienten mit einem Bauchaortenaneurysma (BAA) behandelt, 2160 Patienten befanden sich aufgrund einer geplatzten Aorta in akuter Lebensgefahr. Bei einer geplanten Operation liegt das Sterblichkeitsrisiko unter 3%, bei den notfallmäßig versorgten Patienten mit einer Ruptur verstirbt nach wie vor jeder zweite Patient. In vielen Fällen wird eine Ruptur nicht erkannt, weil die Patienten nicht korrekt diagnostiziert werden oder es nicht mehr ins Krankenhaus schaffen. Die absolute Anzahl der rupturierten Fälle liegt vermutlich zwischen 4000 und 10000 Menschen. Unser Ziel ist es die Erkrankung frühzeitig, mithilfe eines Ultraschallscreenings, zu entdecken und so eine Ruptur zu verhindern.  
 
Wer ist besonders von dieser Krankheit betroffen?
 
Dr. Remig: Insbesondere Männer über dem 60. Lebensjahr- vor allem Raucher. Bei ihnen ist das Screening besonders wichtig. Prinzipiell sollte sich aber jeder über dem 60.Lebensjahr untersuchen lassen.  
                                                          
 
Wie läuft die Untersuchung ab und was passiert, wenn der Arzt etwas Auffälliges entdeckt?
 
Dr. Remig: Es wird die Körperschlagader mit dem Ultraschall schmerzfrei dargestellt und der Durchmesser gemessen. Normalerweise hat die Schlagader im Bauch einen Durchmesser von 20-24 mm. Wenn die Schlagader erweitert ist, raten wir dem Patienten zum Hausarzt zu gehen und sich nochmals gründlich untersuchen zu lassen. Ab 4 cm Durchmesser wird heute grundsätzlich eine Computertomographie des Abdomens empfohlen. Ab 5 cm Durchmesser muss die Indikation zur operativen Ausschaltung des Aneurysmas vom Facharzt für Gefäßchirurgie überprüft werden. Hierzu sollte sich der Patient in einem entsprechenden Zentrum für Gefäßchirurgie, zertifiziert von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie,  vorstellen. Die meisten Aortenerkrankungen können heute minimal invasiv mit einem Stentverfahren von den Leistengefäßen aus behandelt werden.
 
 

 
 
 
 
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