Das diabetische Fußsyndrom stellt ein besonderes Problem unter den Komplikationen des Diabetes dar. Es betrifft im Verlauf der Diabeteserkrankung circa 15% der Diabetiker. Durch die Störungen des peripheren Nervensystems (Polyneuropathie) und durch Gefäßveränderungen insbesondere in der Unterschenkeletage kommt es häufig zu chronischen Fußverletzungen, die sehr schlecht heilen. Da diese Verletzungen häufig schmerzlos sind, werden sie vom Patienten erst spät erkannt und haben in aller Regel schon zu schweren Weichteilentzündungen am Fuß geführt. Dies hat oft eine große Amputation (Unter- oder Oberschenkel) zur Folge (Beinverlust). Auch heute noch muss man in Deutschland mit circa 30.000 Amputationen pro Jahr aufgrund eines Diabetes rechnen.
Durch eine konsequente Diagnostik und Behandlung kann dieser Verlauf jedoch in spezialisierten Abteilungen verhindert werden.
Während bis vor 10 Jahren und leider zum Teil auch heute noch Gefäßrekonstruktionen unterhalb der Knieetage beim Diabetiker als sinnlos angesehen werden, konnte in großen Studien eindeutig nachgewiesen werden, das spezialisierte Zentren sowohl mit den modernen Kathetertechniken (Ballonverfahren) als auch mit Bypassverfahren auf die Unterschenkel und Fußarterien die Amputation vermeiden können.
Durch Verwendung körpereigener Venen als Bypassmaterial und durch Einsatz von mikrochirurgischen Verfahren (Lupenbrillen, spezielle Mikroinstrumente) ist es möglich, Gefäße bis zu einem Durchmesser von 1 mm anzuschließen und damit die Durchblutung wieder herzustellen.
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