Historie des Hauses

Die Anfänge: Bonns ältestes Krankenhaus  

Tradition und Modernität sind keine Gegensätze. Dafür steht Bonns ältestes Krankenhaus, das „Bürgerhospital zum heiligen Johannes dem Täufer“, kurz das Johannes Hospital. Das vor 161 Jahren vom „Bonner Hospital-Verein“ erbaute St. Johannes Hospital gehört zu den Bürgern der Stadt.  

Vor eineinhalb Jahrhunderten waren Krankenhäuser vor allem für die Menschen da, die sich die damals übliche ärztliche Pflege und Versorgung zu Hause nicht leisten konnten. Fernab unserer heutigen sozialen Sicherungssysteme war das Gesundheitswesen eine caritative Aufgabe.
  

Vor der Zerstörung

Die Reichen kümmerten sich um die Armen 

So war das damals auch in Bonn. Begüterte Einwohner der Stadt, an die heute noch Straßennamen wie Niebuhr-, Eller- oder Loestraße erinnern, spendeten für einen guten Zweck. Doch auch Bonner aus weniger gut verdienenden Schichten spendeten etwas. Jeder soviel, wie er gerade verkraften konnte. Das gemeinschaftlich zusammengetragene Geld bildete den Grundstock des am 3. Juni 1842 gegründeten „Bonner Hospitalverein“, dessen Statuten am 30. Mai des folgenden Jahres durch persönliches Handschreiben von König Friedrich Wilhelm IV. gebilligt wurden.  

Reibereien, bei denen es um Prestigefragen und konfessionelle Eifersüchteleien ging, weil die katholischen Barmherzige Schwestern vom heiligen Karl Borromäus die Versorgung aller Kranken - gleich welcher religiösen Zugehörigkeit – übernehmen sollten, konnten mit der Errichtung einer selbstständigen Stiftung überwunden werden. Als diese vom König durch Kabinettsorder die Korporationsrechte erhielt, war der Weg endgültig frei.  


Gelände 1849 Stiftung übergeben  

Im August 1849 übergab der Hospitalverein dem Kuratorium der Stiftung das mittlerweile erworbene Gelände an der Kölnstraße und Wachsbleiche, auf dem die Bauarbeiten schon begonnen hatten. Bonner Handwerker leisteten freiwillige Arbeiten und fertigten unter anderem Einrichtungsgegenstände für die Krankenpflege.  


Jeder Stein ein Almosen  

Am 19. November 1849 war die offizielle Einweihung des vom Baumeister Von der Emden im gotischen Stil errichteten Hauses. Jeder Stein des Johannes-Hospitals war ein Almosen. Die von Gönnern gestifteten Gelder legte das Kuratorium zum Großteil in Staatspapieren an. Und die Zinserträge nutze man, um armen Bürgern Freibetten zu stellen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Hospital bei Bombenangriffen 1944 und 1945 schwer in Mitleidenschaft gezogen. Doch bereits 1946 konnten wieder 100 Betten belegt werden. Zwei Jahre später waren es bereits 150.          

nach Bombenangriff
Nach einem Bombenangriff  


Wiederaufbau 1945  

Der ungewöhnlich rasche Wiederaufbau ist nicht zuletzt der Initiative des damaligen Kuratoriumsvorsitzenden, Landesgerichtspräsident Dittmann, den Schwestern mit Oberin Longina an der Spitze und vielen freiwilligen Helfern zu verdanken. Die Sparkasse Bonn gab einen Kredit und das Land Nordrhein-Westfalen einen Zuschuss, den der spätere Kuratoriumsvorsitzende, Rechtsanwalt Hermann Müller, vermittelte.  
(Quelle: Festschrift 150 Jahre)  


Schließung im Dezember 2005  

Auf Anweisung der Landesregierung wurde das St. Johannes Hospital, im Dezember 2005 im Rahmen des Bettenabbaus als stationärer Standort geschlossen.   


Erlebenswerte Zukunft         

Fast vier Jahre später zog wieder neues Leben ins Haus St. Johannes ein. Der Träger des St. Johannes Hospitals, die Gemeinschaftskrankenhaus St. Elisabeth – St. Petrus – St. Johannes Bonn gGmbH fühlte sich dem Stiftungszweck verpflichtet und eröffnete am 20. November 2009 das „Gesundheitszentrum St. Johannes Hospital“.    

Damit wird das das St. Johannes Hospital weiterhin wie auch früher medizinisch, technisch und komfortmäßig auf der Höhe der Zeit sein und seinen Beitrag dafür leistet, dass die Menschen eine lebenswerte Gegenwart und eine erlebenswerte Zukunft haben.  
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